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Pressemeldung vom 12.12.2016
Freitag, 16.12.2016 bis Sonntag, 12.02.2017

Szenische Konstellationen – Die Macht der Bilder

Ausstellung im Europäischen Künstlerhaus Oberbayern

Was haben christliche Andachtsbilder und abstrakte zeitgenössische Malerei gemeinsam? Die Art, wie sie ihren Betrachter bewegen - so zumindest die Hypothese der neuen Ausstellung im Schafhof, dem Europäischen Künstlerhaus Oberbayern. Sie ist ab dem 16. Dezember zu sehen und findet in Kooperation mit dem Diözesanmuseum Freising statt.

Die Ausstellung wird von der Hypothese geleitet, dass eine Gemeinsamkeit zwischen beiden Gattungen darin besteht, auf welche Weise die Betrachter auf die Bilder reagie-ren, wie sie "bewegt" werden. So verlagert etwa Rupprecht Geigers „638/72“ als abs-trakte Malerei das übliche Spannungsverhältnis zwischen Bildvorder- und -hintergrund aus dem Bild hinaus in den Ausstellungsraum und etabliert diese Spannung zwischen dem Bild und der Wand, an der es hängt. Dadurch weitet die Arbeit den Bildraum vom Raum im Bild auf den gesamten Raum aus. Es entsteht ein visueller Raum, der über das Bild hinaus reicht und der den Betrachter auffordert, sich in ihm zu positionieren, sei es gedanklich oder auch physisch. Es entsteht eine szenische Konstellation, innerhalb der das Bild den Betrachter bewegt.

Dieser Vorgang setzt beim Betrachter eine Offenheit in der Wahrnehmung voraus. Er muss bereit sein, sich auf diese szenische Konstellation ein- und sich vom Bild bewe-gen zu lassen. Mit dieser Offenheit und Beweglichkeit ist ein neues Selbstverständnis des Menschen verbunden, der nicht mehr die Welt beherrscht, wie es die Moderne postuliert hatte, sondern zu ihr in einem dialogischen Verhältnis steht. Auch der Künstler sieht sich nicht mehr als - gottähnlicher - Schöpfer, sondern macht sich im Gestaltungsprozess zumindest teilweise von Dingen und Geschehnissen abhängig.

Historisch gesehen begegnet man einer dieser zeitgenössischen Auffassung insofern ähnlichen Anschauung in der christlichen Vorstellung von Subjektivität, als sie ebenfalls nicht alle Souveränität beim Menschen selbst verortet, sondern dessen Autonomie an etwas Transzendentes bindet. Damit taucht die Frage auf, wie sich diese Konstellation von Subjekt und Transzendenz in Bildern ausdrückt und wie sich dieser Ausdruck zum Ausdruck einer schwachen Subjektivität verhält, wie ihn die abstrakte Malerei kennzeichnet. Gibt es vergleichbare Formen der Wahrnehmung und der Bewegung des Betrachters?

Um diesen Fragen nachzugehen, stellt die Ausstellung abstrakte zeitgenössische Malerei christlichen Andachtsbildern gegenüber. Denn Andachtsbilder regen eine „devotionale Gefühlsbeziehung oder Gebetsübung“ beim Betrachter an oder können sogar die Tendenz besitzen, „dem betrachtenden Einzelbewusstsein die Möglichkeit zu einer kontemplativen Versenkung in den betrachteten Inhalt zu geben, d. h. das Subjekt mit dem Objekt seelisch gleichsam verschmelzen zu lassen“. Damit eröffnen auch sie eine szenische Konstellation, in der sie den Betrachter bewegen. Andacht wird also im Sinne des Ausstellungskonzeptes vor allem auf ihren Vollzug fokussiert, der Begriff des Andachtsbildes jedoch weit gefasst.

Die Auswahl von Arbeiten aus der Sammlung des Diözesanmuseums wird im Bereich der modernen Malerei durch Leihgaben zeitgenössischer Künstler ergänzt.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler

  • Sven Drühl
  • Rupprecht Geiger
  • Alexei Jawlensky
  • Karl Casper
  • Quentin Massys
  • Christine Streuli
  • sowie Werke unbekannter Künstler aus dem 15. und 16. Jahrhundert

Vernissage am Freitag, 16.12., 19 Uhr

Shuttle-Bus vom Bahnhof Freising zum Künstlerhaus: 18.30-19 Uhr, zurück: 20.50 Uhr. Die Teilnahme an der Vernissage und die Nutzung der Shuttle-Busse sind frei. Die Ausstellungsräume sind barrierefrei zu erreichen.

Öffnungszeiten

  • Dienstag bis Samstag 14 bis 19 Uhr,
  • Sonntag und Feiertag 10 bis 19 Uhr
  • Eintritt frei


Rahmenprogramm

15. Januar, Sonntag, 15 Uhr: KUNST#TAG 046 Wissenschaft
Vortrag zum Thema – Eintritt frei

24. Januar, Dienstag 15 Uhr: treffpunkt+kunst

Führung durch die Ausstellung mit Alexandra M. Hoffmann ‒ Eintritt frei

Bildmaterial zum Download

Unbekannter Künstler: Leidender Christus

Foto: Unbekannter Künstler

Download Foto (JPG 7,1 MB)

Christine Streuli: Big_Warpanting_04
2016; Mixed Media auf Leinwand; 230 x 160 cm

Foto: Christine Streuli

Download Foto (JPG 2,2 MB)

Download gesamtes Bildmaterial als zip (ca. 9.3 MB)

Schafhof

Öffnungszeiten

Ausstellungen
Di - Sa 14-19 Uhr
So + Feiertage 10-19 Uhr

Café Botanika
Di - Fr 11-19 Uhr
Sa, So + Feiertage 10-19 Uhr
cafe-botanika.de

Adresse
Am Schafhof 1
85354 Freising

Ikon barrierefrei Die Ausstellungsräume und das Café sind barrierefrei zu erreichen.

Programmflyer

Programmflyer 2017 Mai-August Ikon
2017
Mai bis August

Zum Herunterladen
PDF, 600 KB